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Druckdifferenzen beim Fliegen


Start:
Am Boden entspricht der Druck im Flugzeug dem Atmosphärendruck bei Normalnull (1013 hPa). Der Kabinendruck in einer modernen Passagiermaschine reduziert sich bis zum Erreichen der Reiseflughöhe um etwa ¼. Die Geschwindigkeit, mit der sich der Kabinendruck ändert, liegt im Steigflug bei etwa 18,3 hPa pro Minute [9].

Reiseflughöhe:
Die Reiseflughöhe von Linienmaschinen liegt bei ungefähr 10.000 m. Der Kabinendruck wird durch die Klimatechnik künstlich auf ¾ des Atmosphärendrucks, entsprechend ca. 750 hPa, gehalten. Man hat also in der Kabine das Gefühl, sich auf 2500 m zu befinden.

Landung:
Beim Verlassen der Reisehöhe wird der Kabinendruck mit einer Druckänderungsgeschwindigkeit von im Mittel 11 hPa pro Minute wieder auf den Atmosphärendruck erhöht [9]. Bei einigen Flugzeugen wie der Boeing 737 baut sich während des Sinkfluges relativ schnell auch ein höherer Druckunterschied auf. Damit besteht ein höheres Risiko ein Barotrauma zu erleiden als bei anderen Flugzeugtypen wie z.B. der Boeing 747, der DC-10 oder dem Airbus 310 [5].

Auswirkungen der Druckdifferenzen

Bei einem Ausbleiben des Druckausgleiches während der Landung kommt es zu einem Druckunterschied zwischen dem Kabinendruck und dem Mittelohrdruck. Dieser relative Unterdruck im Mittelohr kann folgende Auswirkungen haben:

6 hPa Völlegefühl im Mittelohr und unangenehmes Druckgefühl
< 8 hPa Verschluss der Eustachischen Röhre, Druckausgleich nur noch mit Anstrengung möglich, Empfindung von Schmerzen
> 8 hPa Kein Druckausgleich mehr möglich, Empfindung starker Schmerzen
10-15 hPa möglicher Riss des Trommelfelles mit Beendigung des Schmerzes, aber Verlust des Hörvermögens, häufig Schwindel und Erbrechen [6].