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Möglichkeiten der Prävention


Da der Druckausgleich aktiv durch verschiedene Maßnahmen wie Gähnen, Kauen oder Schlucken herbei geführt werden kann, ist es vor allem in der Landephase möglich, dies durch z.B. das Kauen eines (zahnfreundlichen) Kaugummis und viel Trinken zu unterstützen. Kinder sollten wegen der im Schlaf erniedrigten Anzahl der spontanen Tubenöffnungen (s.o.) geweckt und wenn möglich gefüttert werden.
Sollte das nicht ausreichen, bietet es sich an, das so genannte Valsalva-Manöver mehrmals hintereinander durchzuführen. Hierbei verschließt man Mund und Nase und baut dann einen Druck im Nasenrachen auf indem man gegen diesen Widerstand „ausatmet“. Leider ist es gerade kleinen Kindern oft noch unmöglich, dieses Verfahren zu verstehen und durchzuführen.

Bei Erkältungskrankheiten oder Allergien, die zu Schwellungen der Schleimhaut in der Nase und im Nasenrachen führen, ist anzuraten vor und während des Fluges viel zu trinken um die Durchblutung der Schleimhäute zu verbessern. Des Weiteren wird in diesem Fall oft die Verwendung von abschwellenden Nasentropfen (z.B. Oxymetazolin, Xylometazolin) empfohlen. Die Studienlage zeigt allerdings keine eindeutige Wirkung auf die Verhinderung eines Barotraumas [6,7,8].

Wichtig ist es, die oben genannten Maßnahmen schon vor Auftreten der Beschwerden durchzuführen bzw. zu beginnen um den Aufbau eines großen Druckunterschieds zu vermeiden.

Eine weitere, nicht-medikamentöse Hilfe verspricht ein speziell für Flugreisen entwickelter Ohrstöpsel mit eingebautem Druckminderer (SANOHRA fly®).

Dieser verlangsamt die Geschwindigkeit der Druckänderung zwischen Umgebung und dem Bereich vor dem Trommelfell und erzeugt somit einen geringeren Druckgradienten. Somit bleibt der Eustachischen Röhre ausreichend Zeit für die Adaptation an die Druckunterschiede, insbesondere bei der Landung.

Die Ohrstöpsel gibt es auch speziell für Kinder.Der Druckminderer verlangsamt den Druckanstieg während der Landephase. In einer Messung in einem Passagierflugzeug dauerte die Druckänderung während des Landeanfluges 25 Minuten, innerhalb dieser Zeit erhöhte sich der Kabinendruck um etwa 250 hPa. Durch die Ohrenstöpsel wurde die Zeit bis zum vollständigen Erreichen des am Boden herrschenden Drucks auf eine Dauer von 40 Minuten verlängert. Somit wurde dem Ohr mehr Zeit gegeben, den Druck auszugleichen.

Druckanstieg während der Landephase. Innerhalb von 25 Minuten wird in der Flugzeugkabine der Bodendruck erreicht, während die Ohrenstöpsel diese Druckänderung auf 40 Minuten verzögern.

Wissenschaftler an der Berliner Universitätsklinik Charité untersuchen Probanden mit bekannten Problemen beim Fliegen. Die Ärzte der HNO-Klinik am Campus Charité Mitte testen zur Zeit in einer systematischen prospektiven Studie die druckmindernden Ohrstöpsel SANOHRA fly®.

Hierzu wird in einer Druckkammer ein Landeanflug simuliert (Druckdifferenz 0,1 bar, Druckänderungsrate 0,05 bar pro Minute).

Blick in der Druckkammer

Die Untersuchung soll zeigen, ob es zu einer Änderung des subjektiven Befindens der Probanden mit und ohne Ohrstöpsel kommt und ob sich die Zahl der geglückten Druckausgleichsmanöver bei Verwendung der Ohrstöpsel erhöht.
Die Zwischenergebnisse zeigten in allen Fällen eine Verzögerung des Druckverlaufs. In den wissenschaftlichen Versuchen wurde der Druck in der Testkammer innerhalb von 2 Minuten auf den Normaldruck erhöht. Durch den Filter wurde diese Druckänderung auf 9,28 ± 0,87 Minuten verzögert. Hier ist die geringe Abweichung mit der der Filter den Druckverlauf beeinflusst zu bemerken, dies spricht laut dem Hersteller für die hohe fertigungstechnische Qualität der Druckminderer.
Das subjektive Befinden der Probanden, angegeben auf der VAS-Skala (Visuelle Analog Skala), war unter Einsatz der Ohrstöpsel signifikant angenehmer. Diese Zwischenauswertung der Ergebnisse der Charité bestätigt damit, dass durch SANOHRA fly® der Druck vor dem Trommelfell langsamer zunimmt und dies zum Wohlbefinden bei Druckänderungen beitragen kann.In der Studie unterschied sich die Anzahl der Druckausgleichsmanöver mit und ohne Verwendung der Ohrstöpsel nicht signifikant. Die Wissenschaftler sehen damit eine Bestätigung der Theorie, dass Drucksensoren im Bereich des Nasenrachens einen adäquaten Reiz für die Trommelfellauslenkung geben.