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Was passiert bei einem Barotrauma?


Schnelle Veränderungen des Umgebungsdrucks können beim Menschen ein Barotrauma auslösen. Die Bezeichnung steht für Gesundheitsstörungen durch Unter- oder Überdruck in lufthaltigen Körperhöhlen durch schnellen Druckwechsel beim Tauchen oder Fliegen.

Das Mittelohr ist durch die anatomische Besonderheit der engen Eustachischen Röhre häufig bei Druckschwankungen betroffen.

Das Trommelfell schließt das Mittelohr zum Gehörgang hin ab, hier ist kein Druckausgleich möglich, dieser kann nur durch eine Öffnung der Eustachischen Röhre erfolgen.
Im Normalfall lässt sich der Druckunterschied zwischen Mittelohr und Umgebung wie oben beschrieben aktiv ausgleichen. Durch die Öffnung der Eustachischen Röhre kann der Druckausgleich zwischen Nasenrachen und Mittelohr stattfinden.

Bei einer Unfähigkeit, den Druck aktiv auszugleichen kann es zu einem Barotrauma des Mittelohrs kommen.

Dies äußert sich durch Schmerzen, Hörminderung und Übelkeit. Es kommt zu Trommelfelleinziehungen und sogar Einblutungen ins Mittelohr. In seltenen Fällen kann das Trommelfell einreißen und es kann zur Schwerhörigkeit führen.

Aufbau des Ohres (Copyright M. Bischoff, Charité Berlin)

Bei Kindern ist das Barotrauma sehr viel häufiger und sehr schmerzhaft und führt häufiger zu einem Trommelfellriss. Dies erklärt sich zumindest teilweise durch einen vom Erwachsenen unterschiedlichen Aufbau der Eustachischen Röhre. Der Knorpel ist bei Kindern elastischer, das bedeutet, dass eine Kontraktion der Tubenöffnermuskeln nicht unbedingt zu einer Öffnung der gesamten Eustachischen Röhre führt. Weiterhin weicht die anatomische Lage deutlich von der bei Erwachsenen ab, was die Öffnung und damit die Belüftung erschwert [3].

Die Eustachische Röhre ist bei Kindern kürzer, dadurch kommt es häufiger zu einem Aufstieg von (potenziell infektiösem) Sekret ins Mittelohr. Auch deshalb leiden Kinder sehr viel häufiger an Infektionen der oberen Atemwege was zu geschwollen Schleimhäuten im Nasen-Rachen-Bereich führt und den Druckausgleich zusätzlich erschwert bzw. unmöglich macht. Für die Häufigkeit der spontanen Tubenöffnungen werden Werte von ein Mal pro 5 Minuten beim Säugling und ein Mal pro Minute beim Erwachsenen angegeben [4]. Zu beachten ist, dass diese Werte nur für den Wachzustand gelten, im Schlaf sind es deutlich weniger Öffnungen.